CHAMÄLEONKINDER und BRÜCKENMENSCHEN

 

Eine fotografische Erkundung in Uruguay

zu multipler Migration im Kindesalter.

„Die Grundform meines Wesens tarnt sich in den Farben der Umgebung in der ich mich gerade befinde. Ich habe es perfekt drauf,  die von mir erwarteten Rollen zu spielen. Manchmal frage ich mich, ob ich auch eine eigene Farbe habe außer derjenigen, die ich gerade annehme. Wenn ich irgendwann aufhören würde eine Rolle zu spielen, würde ich dann durchsichtig werden?“ (Sophia Morton, "Adult Third Culture Kid")1

«Chamäleonkinder» und «Brückenmenschen» leben einen Großteil ihrer Kindheit außerhalb ihres Heimatlandes. Im Gegenzug zu den bikulturell aufwachsenden «Brückenmenschen» ziehen «Chamäleonkinder» alle paar Jahre erneut um.

Was bedeutet es für die Identitätsentwicklung eines jungen Menschen, wenn in seiner Hauptprägungsphase die verlässlichste Konstante der Wechsel ist? Wie gehen diese Kinder damit um, beständig «neu anfangen» zu müssen? Inwiefern beeinflusst dieses «Neue» einen jungen Menschen bei der Suche nach dem eigenen Ich?

Diesem Projekt liegt eine achtmonatige Erkundung in Uruguay zugrunde. In meinen Beobachtungen und Befragungen sind an die 30 Familien und 7 Institutionen beteiligt. Bei den Fotografien handelt es sich um beobachtete Szenen aus dem Leben von Kindern und Jugendlichen, die in wechselnden Kulturen aufwachsen. Hierbei beabsichtige ich nicht, eine fotografische Dokumentation des Alltagslebens zu geben, sondern in symbolhaften Bildern das emotionale Erleben dieser jungen globalen Nomaden zu visualisieren.

 

1) Morton, Sophia In: Pollock, David; Reken, Ruth E. van: Third Culture Kids: Aufwachsen in mehreren Kulturen, Verlag der. Marburg: Francke Buchhandlung, 2003. S. 161